Manfredo Kraemer begann sein Violinstudium in Córdoba, Argentinien. Im Jahre 1984 lässt er sich in Deutschland nieder, um an der Hochschule für Musik in Köln bei Prof. Franzjosef Maier sein Studium fortzusetzen. 1985 gründet er gemeinsam mit Studienkollegen das Orchester Concerto Köln.
1986 wurde er von Reinhard Goebel in die Musica Antiqua Köln gerufen. Im Laufe der darauf folgenden Jahre führten ihn Konzertengagements mit jährlich über hundert Auftritten - auch als Solist und Dirigent – in viele Länder Europas, Asiens, Ozeaniens und Nord- und Südamerikas. Hinzu kommen Radio und Fernsehauftritte und zahlreiche Aufnahmen für Archiv und Deutsche Grammophon.
Ende 1991 begann er seine Karriere als freischaffender Künstler. Er wurde von den bekanntesten Dirigenten der Barockmusik wie René Jacobs, Franz Brüggen, William Christie, Marc Minkowski, Gabriel Garrido, Jos van Immerseel, um nur einige zu nennen, eingeladen.
Auch kam es zur Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Ensembles wie Cantus Cölln, Musica ad Rhenum, Capriccio Stravagante, Les Cyclopes, etc.. Einige Ensembles, deren Produktionen durch ihn als Gründungsmitglied deutlich seine Handschrift tragen, führt er zum Erfolg. Internationale Auszeichnungen und brilliante Besprechungen von Presse und Kritik folgen. Manfredo Kraemer hat sich dadurch den Ruf als einer der angesehensten und interessantesten Barrockviolinisten der Gegenwart erworben.
Seit 1991 verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit Jordi Savall, dem angesehenen katalanischen Gambisten und Dirigenten. Sie treten gemeinsam als Kammermusik-Partner auf. In Savalls Orchester Le Concert des Nations und Hesperion XXI. ist Manfred Kraemer Konzertmeister.
Manfredo Kraemer hatte mehrere Dozentenstellen für barocke Violine an namhaften Instituten in den USA, Europa, Fernost und Lateinamerika inne. Er wurde als Dirigent von Orchestern in Kanada, Australien, Lateinamerika und Europa eingeladen. Seit 2002 leitet er den Lehrstuhl für barocke Violine an der Escuela Superior de Música de Catalunya in Barcelona.
1996 gründete er das Instrumental-Ensemble The Rare Fruits Council, deren Plattenproduktionen von der internationalen Fachpresse bejubelt wurde. The Rare Fruits Council hat viele wichtige Preise erhalten.
Im Jahre 2000 gründete er in seiner Geburtsstadt Córdoba das Orchester "La Barroca del Suquía" (www.labarrocadelsuquia.com.ar). Das Orchester mit Instrumenten aus der Epoche wird derzeit als eines der besten Ensembles seiner Art in Lateinamerika betrachtet. Die mit dem Orchester entstandene fruchtbare Konzertarbeit zeichnet sich durch zahlreiche Erstaufführungen der Meisterwerke aus dem Repertoire der Barockmusik in der jeweiligen Originalversion innerhalb Lateinamerikas aus. 2009 wurden Manfredo Kraemer und La Barroca del Suquía mit dem Konex Preis "Merit Diploma" ausgezeichnet.
Er ist Mentor und Künstlerischer Leiter des Festival de Música Barroca "Camino de las Estancias", ein internationales Barockmusikfestival im Netz der „Estancias Jesuiticas" aus der Provinz Córdoba, das in Córdoba seit 2002 jährlich stattfindet.
Seine Barockviolininterpretationen werden weltweit gerühmt. Die Einspielungen von Harmonia-Artificioso-Ariosa und Sonatae tam Aris quam Aulis servientes von H. I. F. Biber mit seinem Ensemble The Rare Fruits Council gewinnen den Diapason d'Or, den 10 de Repertoire sowie den Grand Prix de l'Academie du Disque und werden als richtungsweisende Aufnahmen dieser Werke gerühmt. Zu weiteren Einspielungen gehören die Welturaufführung von Speelstukken des Violinvirtuosen und Komponisten David Petersen und kürzlich L'Ange et le Diable (Werke von J.M.Leclair und P.Locatelli) sowie die umstrittenen Triosonaten (10 de Repertoire, Repertoire schrieb: „Sensationell". 2 Diapason, Diapason schrieb: „Eine CD, die man vergessen kann " und Gramophone: „Elegant und verbindlich sind sie nicht; vielmehr gehen sie die Musik mit einem inspirierendem Ungestüm und einer Unbedingtheit an, die den ganzen Zuhörer fordern ") von J. S. Bach.